Hey Leutz,
nach unserer Nachtfahrt haben wir uns erstmal einen ganz gediegenen Freitag im Paddock gegönnt, wobei ich schon bei der Fahrt schön gepennt hab:-) Mit ein paar Kumpels bin ich ein bisschen auf meinem Board durch Fahrerlager gecruised und später haben wir ausnahmsweise mal kein Bike, sondern nen Football fliegen lassen! Natürlich musste ich mich dann noch ernsthaft aufs Event am Samstag vorbereiten und hab mich mit Roger und meinem Team aufs Rennen eingestimmt.
Das Fahrerlager bei den SX is mal wieder ne ganz andere Baustelle als bei uns zuhause in Europa. Statt Schlammschlacht auf der Wiese und die obligatorischen Gummistiefel stehen wir mit unserem RV auf nem großen geteerten Parkplatz mehr oder weniger direkt beim Stadion. Hier in Phoenix standen wir sogar unter der Autobahnbrücke in einem Industriegebiet. Die Brücke wurde an manchen Stellen ganz schön niedrig und einer hat sich sogar fast die Klimaanlage vom WoMo-Dach gefahren!!!!
Die anderen Rider haben vom Mega-Wohnmobil bis zu nem einfachen Pickup mit der Karre hintendrauf (z.B. Chad Reed) alles Mögliche… Viele kommen auch von ihren Hotels ans Stadion gefahren.
Ich konnte mich aber in unserem WoMo schön locker machen und das half mir sehr mich auf den Samstag zu konzentrieren.
Wie ihr in meinem MX Report lesen könnt lief es wieder wunderbar, bis zum Heat #1 mit meinem dritten und nicht letzten Crash im zweiten Event:-(
Es war echt verdammt heftig, und da ich die Jungs von Asterisk im Mobile Medical Center nun nach unserem dritten Date langsam richtig gut kenne, hab ich schon mal nach ner Rabatt- oder Payback-Karte gefragt…
Trotz der Spritzen konnte ich kaum auftreten, da hieß es schon wieder Zähne zusammenbeißen und durchstarten…
Im LCQ hat mich diese Wut dann vom Start weg ins Ziel getragen, so schnell konnte ich gar nicht mehr nachdenken!
Anger is a gift…
Der Sieg hat mir endlich mal wieder ein wenig Bestätigung und Selbstvertrauen für das Main gegeben, was aber leider nicht allzu lange angedauert hat. Der Crash im Main hat mich dann echt umgehauen und schon wieder waren Schmerzen angesagt…
Aber am meisten weh tat aber nicht mein Fuß, mein Kopf oder mein Bein… das war mein Stolz und der sitzt in meiner Brust. Ich weiß genau wie man fahren muss und hab trotzdem vor lauter Brechstange schon wieder zu viele Fehler gemacht, die mich nicht nur ein paar blaue Flecken gekostet haben sondern auch wertvolle Punkte…
AAAAaaarrrrrghhH!
An die Tracks hab ich mich schnell gewöhnt, dass die Jungs hart fahren wusste ich vorher und ich bin schnell… nur leider auch noch zu nervös und bezahle teuer mit Service-Aufschlag und Trinkgeld für meine Ungeduld. Ich brauche nur noch die nötige Ruhe um meinen Style auch umzusetzen… Im Gegensatz zu früher muss ich auch mal an meine Knochen denken.
Aber keine Panik Leute, ich hab den Schuss ganz deutlich gehört und werd mich vor dem nächsten Lauf sammeln, sonst nehm ich am Ende noch ne bleibende Erinnerung nach Hause mit!
Wie Roger gesagt hat: „stay cool, be patient and wait till the others get nervous of your speed and lay down voluntary”!
Danach war’s Zeit auch Phoenix ganz schnell abzuhaken und an den nächsten Lauf zu denken… und das geht am besten in einer Hotelbar, vor der wir mal fix unser Wohnmobil geparkt haben und ich noch mit Shorty bis spät gequatscht hab…
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